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| MNLB - 24.02.10 - Entfesselte Bieler demütigen Lyss |
Der Handballsport Biel hat im Seeländer Derby die Pfadisportgruppe Lyss völlig überraschend mit einer 37:17-Packung nach Hause geschickt. In dieser Form dürfte der Abstieg für die Bieler bald kein Thema mehr sein.
Francisco RodríguezDie rund 300 Zuschauer in der Esplanade-Halle reibten sich verwundert die Augen. Als Favorit nach Biel gereist, liess sich die Finalrundenaspirantin Pfadisportgruppe Lyss von den abstiegsgefährdeten Gastgebern vorführen. Bereits nach zwölf Minuten führte der Handballsport Biel mit 8:1, nach gut 22 Minuten stand es bereits 13:3 und in der Pause 20:6. Früh war im Seeländer NLB-Derby alles klar. Biel spielte konzentriert, ging in der Abwehr aggressiv ans Werk und kam mit Gegenstössen immer wieder zu einfachen Toren. «Wir waren von Anfang an bereit», sagte Biels Kreisläufer Markus Jeremias. «Wir haben Emotionen gezeigt und uns gegenseitig angefeuert.» Lyss von der RolleLyss erwischte einen schlechten Tag, schien gegen die aufsässigen Bieler kein Mittel zu finden und verzeichnete immer wieder unnötige Ballverluste. Zahlreich waren die technischen Fehler, die in den Spielen zuvor so sicheren Werfer vergaben viele Chancen. «Wir wurden gleich zu Beginn überrannt», sagte der Lysser Manuel Brand. «Vorne schlossen wir unsere Angriffe zu früh ab. Biel war heute einfach bissiger.» Auch nach der Pause zog der HS Biel sein Spiel durch und erhöhte den Vorsprung kontinuierlich. Gegen Ende gab es auf den Zuschauerrängen stehende Ovationen für das Team von Trainer Jens Friesecke. «Das Resultat spricht eine deutliche Sprache», so Friesecke, während er auf die Matchuhr zeigte. «Wir haben den Grundstein zu diesem Erfolg in der 1. Halbzeit mit einer ausgezeichneten Abwehrleistung gelegt. Nach der Pause liessen wir uns nicht mehr aus der Ruhe bringen und verwalteten den Vorsprung souverän. Entscheidend war heute unsere geschlossene Mannschaftsleistung. Beging jemand einen Fehler, waren sofort zwei Kollegen zur Stelle, um zu helfen.» Historischer Sieg37:17 lautete das Verdikt. Im Bieler Lager konnte sich niemand an einen solchen klaren Erfolg erinnern. «Letztmals gewann ich vor langer Zeit mit den Junioren ein Derby so hoch, aber bei der Elite gab es so etwas noch nie», sagte Biels Topskorer Florian Heiniger. Auch der ehemalige NLA-Spieler des damaligen HC Gym Biel und Ex-HS-Biel-Trainer Urs Reinhardt überlegte kurz und sagte dann: «Mit zwanzig Toren Unterschied haben wir auch zu meiner Zeit kein Derby gewonnen.» Von der Zuschauertribüne aus verfolgte er seinen Sohn Oliver Reinhardt, der zusammen mit dem Bieler Team ein Schützenfest veranstaltete. «Das war Handball, es hat grossen Spass gemacht.» Nach der Partie stiessen die Spieler auf den historischen Derbysieg an. «Wir sind auf dem aufsteigenden Ast», sagte Kreisläufer Markus Jeremias. «Bereits in den letzten Wochen hatten wir gezeigt, dass wir Handball spielen können. Dass wir bis Weihnachten so unten durch mussten, war vor allem ein mentales Problem. Wir gerieten in eine Negativspirale. Gemeinsam haben wir nun aus dem Loch gefunden und heute gezeigt, wozu wir fähig sind.» Kellerduell in MuriZwei Punkte liegen die abstiegsgefährdeten Bieler noch hinter den Strich. Gestern setzten sie ein grosses Ausrufezeichen im Kampf um den Ligaerhalt. «Jetzt heisst es konzentriert weiterarbeiten. Jedes Spiel, das jetzt folgt, ist eine Art Endspiel», so Jeremias. Am kommenden Samstag ist bei Schlusslicht Muri ein weiterer Sieg Pflicht. Ein freies Wochenende geniesst dagegen die PSG Lyss. «Die nötige Zeit, um diese Niederlage zu verarbeiten», so Brand.
BIEL - LYSS 37:17 (20:6) Esplanade. — 300 Zuschauer. — SR Brianza/Lämmler. Torfolge: 1:0, 1:1, 8:1 (12.), 8:3, 13:3 (23.), 13:5, 15:5, 15:6, 20:6, 20:7, 21:7, 21:8, 21:9, 27:9 (39.), 27:12, 31:12, 31:13, 34:13 (52.), 34:14, 35:14, 35:15, 36:15, 36:16, 37:16, 37:17. Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Biel, 6-mal 2 Minuten gegen Lyss. Biel: Benkert/Nadj; Béguelin (1), Heiniger (5/2), Karl (2), Jeremias (6), Liggenstorfer (4), Mario Rüeger (2), Etter (6/1), Bratschi, Schütz (6), Steiner, Reinhardt, Schläfli (5). Lyss: Vitti/Blunier; Tschanz (2), Brand, Grünig (3), Malär (3), Schäfer, Marti, Thomas Zitterli (6/4), Kevin Siegenthaler, Sieber (2), Keller, Hügli (1), Spichiger. Bemerkungen: Biel ohne Urech (rekonvaleszent/Coaching), Tobias Rüeger, Oesch (beide verletzt), Friesecke (Trainer), Stauffer (Coaching) und Sascha Rüeger (alle überzählig). Lyss ohne Joder (Ausbildung), Daniel Zitterli (Weltreise) und Remo Siegenthaler (Militär). 24./44. Timeouts Biel, 10. Timeout Lyss. 32. Blunier hält Siebenmeter von Heiniger.
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